Puentklich um sieben Uhr morgens wurden wir und mehrere andere Touristen an unserem Hostel von einem Mini Bus abgeholt. Nachdem Nathan, ein Australier nach 500 Meter Fahrt noch einmal zurueck rennen musste, um seinen Pass zu holen merkte ein Spanier, dass er sein Handy vergessen hatte. Dank dieser beiden Vorfaelle hat sich die Fahrt schon einmal um 30 Minuten verspaetet. Dazu muss man erwaehnen, dass der Spanier sich total ueber das Vergessen des Reisepasses von Nathon ausgelassen hat. Wie sich spaeter heraus stellte, war der Typ der totale Vollidiot. Ich weiss gar nicht wie oft er erwaehnen musste, dass Kambodscha sein 52 Land ist, dass er bereist. Mich hat der Typ ehrlich gesagt nur aufgeregt. Schlimm genug, dass wir den in Angkor Wat noch einmal treffen mussten und er wieder erzaehlt hat was er doch fuer ein toller Hecht ist. Nun gut, zurueck zu der Reise nach Kambodscha. Nach zwei Stopps zum Tanken von Erdgas kamen wir kurz vor der Grenze zum Stehen. Ich wuerde den Stopp als Umschlagspunkt bezeichnen, an dem Touristen systematisch von einander getrennt werden. Das Trennen hat den Sinn und Zweck die Touristen mit forschen Spruechen und protziger Gestik zu verunsichern und abschliessend zu verarschen. Jeder der zu diesem Zeitpunkt noch kein Visa besass musste sich eins von den Reisefuehrern ausstellen lassen. Wir hatten zum Glueck alles in Bangkok bezahlt und mussten nur ein Schreiben ausfuellen und zwei Passbilder bereit legen. Anschliessend wurden wir von einem Pick Up abgeholt und ca. 5 Minuten weiter zur Grenze gebracht. Dort hat unser Guide uns lauthals ueber alle Gefahren und Tricks aufgeklaert. Das ganze kommt nur etwas komisch rueber, wenn es der groesste Gauner von allen erzaehlt. Es hat sich fuer uns frueh rausgestellt, dass wir hier nur als Gruppe sicher heraus kommen. Eigentlich sollten wir hinter der Grenze von einem Bus abgeohlt werden, der losfaehrt, sobald 30-45 Leute angekommen sind. Der Guide hat ein paar Touristen allerdings einen Platz in einem schnelleren Minivan verkauft. Sandra und ich wollte definitiv den Standardbus nehmen und kein zusatzliches Geld ausgeben. Zum Glueck waren wir mit dieser Entscheidung nicht allein. Wir sind auf eine Gruppe von 8 Leuten gewachsen, die alle in dem gleichen Alter waren und sich defintiv nicht uebers Ohr hauen lassen wollten. Nachdem wir aus Thailand ausgereist und in Kambodscha nach ca. 1,5 Stunden eingereist sind wollte uns der Guide wieder trennen. Diesmal ist Nathon und ein Paerchen aus Brasilien/Mexico etwas stoerriger aufgetreten, da wir nunmal beschlossen haben nur als komplette Gruppe weiter zu fahren. Alle zwiellichtigen Argumente, die unser Guide vorschob sind bei uns abgeprallt. Nach einiger Zeit wurde er richtig laut und unausstehlich. Das war wohl seine Masche, Touristen Angst machen und abkassieren. Am liebsten haetten wir den verdammten Gauner in irgendeiner dunklen Ecke richtig ....... . Die Situation war identisch mit den ganzen Erfahrungsberichten aus dem Internet. Aber was sollte man auch erwarten, als ob wir die Gluecklichen sind, die ungeschoren davon kommen. Weiter ging es nach der Einreise mit einem Minibus, der uns wieder mal zu einem Sammelplatz bringen sollte. Dort angekommen, haben wir eine Hollaenderin getroffen, die wir irgendwann auf der Thailaendischen Seite verloren haben. Sie wartete bereits seit zwei Stunden und hat sich, weil sie nicht laenger warten wollte eine andere Agentur genommen und ein weiteres Ticket bezahlt. An dem Treffpunkt in Kamboscha wollte man uns dann ein drittes oder viertes Mal trennen. Das ging wirkich zu weit. Als wir alle nicht mehr wollten, stellte sich heraus, dass unser Bus erst in 1,5 Stunden kommen sollte. Die Minibusse, die von einigen anderen unserer Reisenden auf halber Strecke bezahlt wurden standen bereits fertig zur Abfahrt dort. Nach ein paar Mal hin und her mit dem Guide und einem weiteren Guide/Gauner wurde uns angeboten fuer 200 Baht (2 Euro) einen Minibus nehmen zu koennen. Eigentlich wollte keiner von uns drauf zahlen. Wir sind alle aus Bangkok gestartet. Die Reise sowie Visum hat bereits fuer uns pro Person 1550 Baht gekostet. Wir wollten unser Budget schliesslich nicht ueberstrapazieren. Da wir als Gruppe aber eine Demokratie hatten wurde abgestimmt und letzendlich sind wir fuer 200 Baht pro Person mit einem Minibus plus einem Tuk Tuk direkt zu unserem Hotel gebracht worden. Dass die Kamboschaner sich mit sowas nicht beliebt machen ist den meisten wohl bewusst. Zum einen aergert mich so eine Situation und Abzocke schrecklich. Andererseits gehoert es zur Reise dazu und es macht einen wieder einmal staerker, wenn man sich gegen solche fiesen Machenschaften waehren muss.
Jetzt sitzen wir gerade in unserem Hostel, haben den ersten und letzten Tag Angkor Wat hinter uns und fahren morgen fruh weiter nach Phnom Penh.
Angkor Wat ist riesig. Eigentlich ist es eine eigene Stadt oder ein eigenes Areal von Tempeln. Wir waren uns im ersten Moment nicht sicher, ob wir das Eintagesticket nehmen sollten fuer 20 Dollar oder das Dreitagesticket fuer 40 Dollar. Auch waren wir uns unschluessig, ob wir zu Fuss gehen, uns ein Rad leihen oder einen Tuk Tuk Fahrer fuer einen Tag buchen. Nachdem wir den Tag in Angkor Wat hinter uns hatten war uns klar, dass wir alles richtig gemacht haben. Zu Fuss gehen kann man gar nicht, viel zu weitlaeufig und es wird euch jeder fuer verrueckt erklaeren. Wir haben uns fuer das Eintagesticket entschieden mit einem privaten Tuk Tuk Fahrer, der uns zu den einzelnen Tempeln hinfaehrt und wieder abholt. Somit ist man schnell unterwegs und schafft die ueberall angepriesene Eintagestour locker. Und ich muss sagen, nach dem einen Tag hatten wir auch die Nase voll. Angkor Wat ist eins der acht Weltwunder und das ist es zu recht. Man kann sich wirklich vorstellen, dass 700 Jahre an der Anlage gebaut wurden. Alles ist unglaublich detailgetreu. Ueberall findet man Verzierungen. Ich hoffe man erkennt alles auf den Bildern.
Am besten hat uns der Tempel gefallen, in dem Tomb Raider gedreht wurde. Im Gegensatz zu dem groessten Tempel, Bayom, ist der Tempel Ta Prohm kleiner und viel mehr mit der umliegenden Natur verbunden. Es wachsen mehrere Baeume in dem Tempel mit atemberaubenden Wurzeln.
An unserem zweiten vollen Tag in Siem Reap haben wir erstmal ausgeschlafen und sind anschliessend gemuetlich durch die Stadt geschlaendert. Wir hatten kein Programm, weil wir etwas auf das Budget aufpassen mussten. Dafuer sind wir dann aber etwas durch die Siedlungen der Einheimischen gelaufen und haben uns das Wahre kambodschanische Leben angeschaut. Gegenuber dem ersten Eindruck der Kambodschaner haben die weiteren Tage mein Bild wieder gerade gerueckt. Kambodschaner lieben Kinder und das sieht man.
P.s.
Auf Bali habe ich mich mal mit Gusti, einem Hotelmitarbeiter gut ueber eine fuenfkoepfige Familie amuesiert, die zusammen auf einem Roller unterwegs waren. Ab und zu sieht man vier Leute auf einem Roller oder zwei Leute und zwei Schweine. Wir haben in Bangkok auch schon eine Frau und vier Hunde auf einem Roller gesehen, aber jetzt hat es Kambodscha uebertroffen. Es waren zwei erwachsene Frauen und vier Kinder auf einem Roller. :D


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