Samstag, 28. September 2019

Einzug nach 2 Monaten


Gestern war der große Tag – fast vergleichbar mit Weihnachten. Vor ca. 2 Monaten haben wir 119 Packstücke auf die lange Reise nach China geschickt. Zusammengepackt mit der Hilfe des Umzugsunternehmens ging alles per Schiff auf Reise.
Vor 24 Stunden war dann endlich Weihnachten für uns in China. Drei Chinesen haben uns Stück für Stück all unsere Packstücke in die Wohnung geliefert. Im Grunde war es wie Weihnachten, weil wir einfach nicht mehr wussten was wir vor 2 Monaten alles verpackt haben. Klar – es gab die offensichtlichen Möbel, die uns gefehlt haben, aber es gab viel Kleinkram, der schon nach 2 Monaten in Vergessenheit geraten ist. Unterm Strich war es echt schön alles wieder zu haben. Nach fast 4 Stunden hatten wir alles in unserer Wohnung. Sandra hat kontrolliert, was alles ankam und ich habe schon parallel ausgepackt und aufgebaut. Bis abends 7 Uhr haben wir ausgepackt, aufgebaut, gesaugt, wieder aufgebaut usw. :)
An dem ganzen Tag hat uns nur ein Gedanke Sorgen bereitet. Wie bekommen wir unseren 2,5 Meter langen Tisch in die Wohnung. Und tatsächlich hat sich herausgestellt, dass er nicht in den Aufzug passt. Blöd, wenn wir im 32 Stock wohnen. Es hat mich echt umgehauen, aber zwei Packer sind tatsächlich die 32 Stockwerke mit dem Tisch durch das Treppenhaus gelaufen. Ich habe damals mit einem Nachbarn den Tisch nur 2 Stockwerke hochgehievt und war fix und alle!
Zum Abschluss haben Sandra und ich schön einen Tatort geschaut. Endlich entspannen nach einem super anstrengenden Tag. 
Mittlerweile sieht unsere Wohnung ganz ansehnlich aus. 

Schlafzimmer (Das erste Mal mit Fernseher, weil wir 3 Stück haben. 2 vom Vermieter, 1 von uns)

Schlafzimmer ohne Bett - das kaufen wir bald

Rubys Zimmer

Wohnzimmer

Essbereich

Und wieder einmal Mauer


Am 14. September waren wir wieder einmal auf der chinesischen Mauer. Für Sandra war es das zweite Mal und für mich sogar das Vierte.
Sandra wollte an dem Wochenende unbedingt etwas mehr unternehmen, als einfach nur in der Stadt die Zeit mit spazieren gehen und Kaffee trinken zu verbringen. Als ich am Freitag durch Zufall einen Kollegen beim Einkaufen getroffen habe hat er mir erzählt, dass ein weiterer Kollege von uns am Sonntag bereits einen Trip zur Mauer gebucht hat. Da ich den Kollegen gut kenne habe ich kurz angefragt ob wir uns anschließen können. Für ihn und seine Familie kein Problem. Sven hat für sich und seine Familie einen Fahrer gebucht, der alle am Samstag um 8.30 Uhr abholt und abends wieder zurück zur Park Avenue fährt.
Da ich weder Führerschein noch Auto habe mussten wir auch einen Fahrer organisieren. Wir haben also Freitagabend um 9.00 Uhr einen Fahrer für den nächsten Tag um 8.30 Uhr gesucht! Ich weiß nicht, ob das in Deutschland funktioniert hätte, aber in China ist das ohne weiteres möglich. So konnten wir uns also Samstagmorgen aufmachen und sind zu dem Mauerstück Mutanyu gefahren. Ein sehr gut erhaltenes bzw. rekonstruiertes Stück Mauer, das auch für ältere Menschen und Kinder geeignet ist. Der Fahrer hatte bereits die Tickets organsiert und wir sind direkt mit dem Sessellift den Berg zur Mauer hochgefahren.

Berg hoch mit dem Sessellift

Der Gang auf der Mauer war wie immer überwältigend. Das Wetter war gut, wir hatten ein paar Snacks dabei und konnten den ganzen Tag genießen. Für den Weg ins Tal gibt es eine Sommerrodelbahn. Ruby und ich sind zusammen mit „Full speed“ gen Tal gebrettert. Gestoppt wurden wir nur von so einer alten Schrulle, die im Schneckentempo vor uns hinvegetiert ist. Alles anschreiben und motivieren hat nichts gebracht. Uns blieb nur übrig immer wieder ein Stück anzuhalten und dann wieder an Fahrt zu gewinnen. Trotzdem ein schöner Abgang für einen aufregenden Tag.
Gekrönt wurde der Tag nur durch einen Stopp bei einem Pflanzenhändler auf dem Rückweg mit dem Auto. Wir suchen schon seit längerer Zeit nach einem richtigen Blumenladen. In Deutschland würde ich zu Obi gehen und mir eine große Zimmerpflanze kaufen. Hier in China hat man diverse Malls oder Shops geschlossen. Pflanzen gibt es nur noch über das Internet. Auf dem Hinweg zur Mauer habe ich allerdings diesen Händler erblickt und mir den Standort auf der Karte markiert. Jetzt, auf dem Rückweg haben wir angehalten und noch schnell eine größere Pflanze gekauft.

Der Blick auf die lange, lange MAuer
Berg ab mit der Sommerrodelbahn

Sonntag, 1. September 2019

Manchmal kommt es unerwartet

Ich muss sagen, dass ich etwas blauäugig war, als ich mich darauf verlassen habe, dass unser Luftfrachtcontainer zeitnah bei uns in Peking eintrudelt. Damals hat man uns gesagt, dass es bis zu 14 Tage dauern kann. Sandra und ich sind demnach davon ausgegangen, dass wir innerhalb der ersten Woche unsere Luftfracht bekommen. Immerhin über 1,5 Kubikmeter vollgestopft mit Kram, den wir brauchen. Darunter Teller, Besteck, Rubys Kinderbett und diverse andere Dinge. 
Leider hat sich schnell rausgestellt, dass wir definitiv zu optimistisch an das Thema rangegangen sind. Dummerweise mussten wir erstmal unsere Reisepässe bei Daimler abgeben, damit meine Arbeitserlaubnis beantragt werden kann. Das dauert natürlich 5 Werktage. Durch ein vorangegangenes Missverständnis haben wir noch einmal 5 Werktage verloren. Abschließend hat uns das Logistikunternehmen mitgeteilt, dass sie auch noch einmal bis zu 5 Werktage benötigen, um den Container aus dem Zoll zu lösen. 
Wir sind jetzt seit dem 29.07 in China und hoffen, dass wir bis zum 16.08 unsere Sachen bekommen. Glücklicherweise haben wir noch Rubys Kinderküchen Besteck und Geschirr. Ansonsten wären wir total aufgeschmissen und hätten uns neu einrichten müssen. Aber was solls – fühlt man sich 3 Wochen wieder wie ein Student ohne Geld. J
Eigentlich hätten wir es besser wissen müssen. Haben schließlich schon ein paar Reisen in Asien hinter uns und ich habe bereits 6 Monate in China verbracht. Highlight letzte Woche war mein linker Schuh, bei dem sich die Sohle gelöst hat. Ich hatte einen ca. 8 cm großen Spalt am Schuh, in den unkontrolliert Wasser eintreten konnte. Die Erfahrung habe ich gleich ein paar Mal gemacht und mich natürlich auf direkt auf Shopping Tour begeben. Dummerweise haben die meisten männlichen Chinesen anscheinend die Schuhgröße 42-44,5… In Sneakern habe ich 46-47. Mehr muss ich wohl nicht sagen. Ich war in 4 Shopping Malls und einem Outlet. Ohne Erfolg. Erst als uns Erdal 4 Kartons vorbeigebracht hatte, die wir auf unserem Look and See Trip bereits bei ihm untergestellt haben ist mir aufgefallen, dass ich glücklicherweise ein weiteres Paar Schuhe dort eingepackt hatte. Bei meiner nächsten Reise nach Deutschland muss ich dringendst Schuhe kaufen :D 
Converse war übrigens sehr offen meine Schuhe zurück zu nehmen und mir eine Erstattung zu senden, da die Schuhe erst 6 Monate alt sind. Als sie dann allerdings erfahren haben, dass ich in China wohne wollten Sie meine Schuhe doch nicht mehr zurück, mir aber auch kein Geld überweisen. Hier wird also der nächste Kampf gestartet. Ist ja nicht so als wären alle deutschen Themen abgeschlossen.