Eine Woche ist nun vergangen und ich sitze mit Sandra und Ruby im Flieger zurück nach Deutschland. Wir hatten fünf ganz fantastische Tage mit überwältigenden Momenten, aber auch Tiefpunkten auf die ich später noch zu sprechen komme.
Wie bereits in meinem letzten Post erwähnt, ist und bleibt Beijing eine Stadt in einem Land, welches uns seither fasziniert und auf unterschiedlichste Wege bindet.
Aber jetzt zurück zu unser Intensivwoche Wohnungssuche und „making Friendship mit Beijing again“. Wir haben zusammen mit unserer Relocaterin über 20 Wohnungen besichtigt. Bei fast allen Compounds und Apartments sind wir zu Dritt als ganze Familie vor Ort gewesen, um später eine möglichst richtige Entscheidung treffen zu können. Sind zwei Jahre eine kurze oder lange Zeit? Das ist die Frage, die ich mir immer stelle. Wie wichtig ist die richtige Wohnung – der richtige Rückzugsort. Nach den ersten Besichtigungen haben wir schnell gemerkt, dass es wichtig ist als Familie die Entscheidung zu treffen. Sandra hat ein ganz anderes Auge für Dinge als ich und andersrum genauso. Einen Favoriten hatten wir schon vor unserer Abreise. Wir wollten uns unbedingt Wohnungen im Sanlitun Soho angucken. Sehr gute Freunde von uns aus Stuttgart sind das zweite Mal vor Ort und haben sich wieder für das Sanlitun Soho entschieden. Den ersten Einsatz hatten beide noch kinderlos gestartet. Nun sind sie zu viert mit zwei kleinen Mädels unterwegs. Für uns ein Grund auch in dem Compound nach Wohnungen zu suchen. Als zweiten Favoriten haben wir etwas später den Compound an der Park Avenue ausgemacht, unweit vom Chaoyang Park. Der Compound besteht aus vier Gebäuden, die kreisförmig angeordnet sind und durch einen Zaun zur Straße abgesichert ist. Wenn man in einer Großstadt mit Kleinkind wohnen möchte ist ein Zaun auf einmal viel Wert. Hinzu kommt der schöne Park inmitten der Gebäude, der sich mit einem kleinen Spielplatz ziert. Sandra und Ruby wurden von der Kombination sofort überzeugt. Für mich war die Besichtigung im ersten Schritt nicht so überzeugend. Der Compound war 3,2 Kilometer von Sanlitun entfernt. 3,2 Kilometer hören sich im ersten Moment nicht weit an. Versteht man aber, dass selbst ich auf dem Rückweg von meiner Arbeit in Stuttgart für 9,7 Kilometer zwischen 30 und 60 Minuten benötige, der Verkehr in Beijing allerdings um ein vielfaches zäher ist wird einem schnell klar, dass man selbst den spontanen Kaffee je nach Uhrzeit mit genügend Puffer planen muss. Darüber hinaus haben wir uns 3 Wohnungen angeschaut, die keineswegs meinen Vorstellungen entsprachen. Drei Zimmer sind ausreichend, aber die Zimmer waren klein und für mich wirkte alles viel zu beengt in einer so eingepferchten Stadt mit unzähligen Hochhäusern und Millionen Einwohnern. Erst am Donnerstag kam die erfreuliche Botschaft, dass wir uns noch ein viertes Apartment angucken konnten. Ein Volltreffer aus meiner Sicht. Park Avenue, 29. Stock, 3+1 Zimmer (3 Bedrooms + 1 kleines Arbeitszimmer), Balkon, Blick auf die Stadtmitte inklusive CBD und im Budget. Als wir am Donnerstag Nachmittag im Starbucks bei uns im Hotel zusammen mit der Maklerin zusammen saßen haben wir diese Wohnung als unseren Favoriten erkoren. Dicht gefolgt von einer schönen 3 Zimmer Wohnung im Sanlitun Soho.
Einmal noch der Ausblick aus dem Apartment Park Avenue:
Hier einmal eine kleine Übersicht wo welcher Compound liegt:
Ab jetzt heisst es hoffen, dass die Maklerin ein gutes Gesamtpaket mit den Eigentümern verhandeln. Ab jetzt hört unser Job auf und somit auch unsere Einflussnahme. Währind ich den Eintrag schreibe fliegen wir von Beijing nach Amsterdam. Vielleicht steigen wir aus und haben schon eine Rückmeldung. Wer weiß :D
Ich frage mich die ganze Zeit, ob Wohnungsbesichtigungen in Deutschland auch so ablaufen könnten. Pick-up mittags mit der Maklerin und dann im 30 Minuten Takt Wohnungen angucken. Schlüssel sind an Rezeptionen hinterlegt oder aktuelle Mieter sind rechtzeitig oder spontan angefragt und können Interessenten sofort einen Einblick geben. Irgendwie war das alles wieder einmal viel leichter und schneller als in Deutschland. Womöglich ginge es noch schneller, wenn der Verkehr nicht wäre. Man kann halt nicht alles haben. :D
Dieses Tempo und der Wille in einer Woche etwas passendes zu finden fordert leider auch persönliche Opfer. Für Ruby war es bestimmt eine ihrer stressigsten sowie anstrengendsten Wochen bis dato. Mittagsschlaf im Auto, auf dem Arm oder im Kinderwagen. Abends waren wir zum Abschluss immer noch mit Freunden essen oder haben zu Hause essen bestellt. Ruby durfte spielen und hatte sichtlich Spaß. Sobald wir aber wieder für uns waren ist sie auf der Stelle vor Erschöpfung eingeschlafen. Jetzt gerade schläft mit Sandra zusammen neben mir und sind trotzdem glücklich aus. In den nächsten Tagen und Wochen steht sie jetzt wieder mehr im Mittelpunkt.
Jetzt noch ein paar kleine Eindrücke als Erinnerung. Ich glaube es war Donnerstag. Wir haben gerade Eis gegessen, weil es 35 Grad heiss war. Im Anschluss haben wir die Mall verlassen und haben uns draußen im Schatten der Häuser einen Platz gesucht. Kurz drauf kam eine Gruppe von Verkäufern der umliegenden Geschäfte und hat direkt neben uns Seilspringen gespielt. Erwachsende Menschen sind wie wild neben uns hin und her gesprungen. Ruby fand das Schauspiel total klasse und wir haben bestimmt 15 Minuten zugeschaut. Ich kann mich nicht erinnern in Deutschland jemanden Seilspringen gesehen zu haben der älter als 10 Jahre alt ist. Warum?






