Montag, 17. Juni 2019

Endlich ist es so weit - Peking, wir kommen!

Endlich ist es so weit. Ich kann mich nach einer sehr langen Auszeit nun wieder meinem Blog widmen und habe dafür auch ein Thema, dass mir für die nächsten 2 Jahre Texte und Bilder "on-mass" liefern wird.
Zusammen mit meiner Familie geht ein lang ersehnter Traum in Erfüllung. Wir werden, wenn jetzt auf den letzten Metern nichts schief läuft, die nächsten 24 Monate in China verbringen. Dazu muss man wissen, dass wir bereits vor ca. 3 Jahren die Gelegenheit hatten nach Beijing zu ziehen. Leider haben wir damals nicht die Voraussetzungen für ein Visa erfüllt. Da Praktika und ein Trainee Programm bei der Botschaft nicht als Berufserfahrung gelten konnte ich die geforderten 2 Jahre Berufserfahrung nicht vorweisen. Alles in allem eine große Tragödie für uns als Familie, da wir uns diesen Schritt gut überlegt hatten und gedanklich schon vor Ort in Beijing lebten.
Die Enttäuschung von damals ist allerdings spätestens seit Dezember 2018 verflogen, in dem Moment als ich die offizielle Zusage für eine Expat Stelle in Beijing bekommen habe. Gegeißelt durch die Odisee vor 3 Jahren musste der Gedanke "China" allerdings doch erst wieder langsam in unseren Köpfen reifen. So ganz verflogen waren die Erinnerungen dann doch leider nicht. Monate hat es sich nach der Zusage hingezogen bis alle Unterschriften für den Personalantrag in China vorlagen und wir alle Ausreisedokumente erstellt haben.
Jetzt aber sitze ich hier in China, fünf Wochen vor unserer endgültigen Ausreise und suche mit meiner Familie eine Unterkunft. Wir sind genau eine Woche hier, um eine passende Wohnung zu finden und uns mit der Stadt vertraut zu machen. Glücklicherweise habe ich bereits in Summe 6 Monate alleine in Beijing auf Reisebasis gearbeitet weshalb vieles vertraut erscheint und der oft angekündigte Kulturschock ausbleibt. Vertraut war auch das Verkehrschaos, das man zur Rushhour erwarten darf. Ganze zwei Stunden haben wir vom Flughafen in die Innenstadt gebraucht. Hätten wir keinen "Pick-up-Service" und unzähliges Gepäck, wären wir mit dem Airport-Express 3-4 mal schneller unterwegs gewesen.
Wenn ich mir überlege, dass mittlerweile viele Ex-Kollegen und Freunde von mir in Beijing wohnen ist es schon fast verrückt, dass man ca. 8.000 km von zu Hause entfernt ist und ich doch wieder ab dem ersten Tag fast heimisch fühlt. Wir haben gleich für Dienstag und Mittwoch Besuche bei Freunden mit anschließendem Abendessen vereinbart. Immer als krönender Abschluss zu anstrengenden Tagen mit Wohnungsbesichtigungen, Kontoeröffnung, SIM-Karten Kauf und weiteren unzähligen Todos. Unsere ganze Woche ist bis ins Detail durchorganisiert. Alles von einem Relocation Service, der sich auf die Einreise von Expats konzentriert hat. Wir brauchten einfach nur ein Formular ausfüllen, was uns interessiert (z.b. Wohnungen mit 3 Zimmern in der Gegend Sanlitun oder Kindergarten in Saniltun) und alles wurde in eine Agenda zusammengeführt. Für uns total stressfrei auch durch den permanenten Shuttle Service vor Ort. Einsteigen, fahren, Besichtigen und wieder einsteigen...

Sonntag bis Montag Abend noch einmal in ein paar Bildern. Leider sieht man es auf dem ersten Bild nicht, aber zu den zwei Koffern hatten wir noch 2 Rucksäcke, einen Kinderwagen und 3 große Kartons voll mit Klamotten. Reisen wie die Gastarbeiter in den 80igern hat mir ein Freund geschrieben. Ein bisschen haben wir uns auch so gefühlt. Alle Kartons einlaminiert mit 66m Paketband.


Ruby hat die letzten Tage schon Flugzeuge entdeckt und war gestern gar nicht mehr von der Scheibe wegzubekommen.



Als wir dann endlich im Flieger saßen ging alles relativ schnell. 1 Stunde haben wir aus dem Fenster geschaut bis Ruby den größten Teil des Fluges verschlafen hat. Gut für uns, damit wir auch etwas entspannen konnten.



Endlich Halbzeit. Wir haben zwar erst nach einem kleinen Schläfchen im Hotel um 13:30 mit den Besichtigungen gestartet, haben allerdings bis 17:30 ganze 9 Wohnungen in 4 verschiedenen Compounds besichtigt. Ohne Mittagessen musste dann wenigstens Zeit für einen Ice-Kaffee sein.



Abgeschlossen haben wir den Abend mit einem Abendessen im Blue Frog, CBD. Ruby war so müde, dass Sie nach 10 Pommes den Kopf komplett übermüdet auf den Tisch gelegt hat und einschlief. Jetzt sitze ich hier um halb 9 und werde wohl auch gleich die Augen zumachen.



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