Der finale Tag ist gekommen. Sandra als auch mir ist Malaysia ans Herz gewachsen.
Nachdem ich gestern das letzte Mal an der UKM war fällt es einem noch schwerer das Land heute zu verlassen.
It was really nice to meet all of you!
Mittwoch, 26. Februar 2014
Samstag, 22. Februar 2014
Luang Prabang
Luang Prabang wurde uns bereits vor der Einreise nach Laos als eine der schönsten Städte Asiens verkauft. Untermauert wird diese Meinung natürlich noch durch den Lonely Planet. Sandra und ich haben uns wenig Gedanken darüber gemacht was uns in Laos erwartet respektive in Luang Prabang erwartet. Nach der Horrorfahrt sind wir zunächst in einem Hostel untergekommen, dass wir nachts gegen 3 oder 4 Uhr gefunden haben. Wir waren vollständig erschöpft und wollten einfach nur schlafen und duschen. Unsere Stimmung war und das beiderseitige Verständnis war etwas angeschlagen. Wir brauchten wirklich dringend Schlaf und Privatsphäre.
Ab diesem Zeitpunkt wurden alle stressigen Momente vergessen, der innerliche Resetknopf gedrückt und die Stadt bzw. das Land mit anderen Augen entdeckt. Verrückt ist nur, dass wir es an den ersten beiden Tagen nicht weit geschafft haben. Ganze 15 Minuten sind wir gelaufen bis wir ein wundervoll gelegenes Cafe gefunden haben (Joma Backery). Ich konnte mir endlich einen normalen Kaffee bestellen, der in einer richtigen, großen Tasse gebracht wurde inklusive Refill. Dazu gab es normale Milch, Low Fat Milch oder Soja Milch. Die Milch wurde separat bereitgestellt, damit der Kunde seinen Kaffee individuell verdünnen kann. Ganz besonders wichtig und hervorzuheben ist die Tatsache, dass die Milch in dem kleinen Metallgefäß heiß war. Nicht wie man es oftmals in Cafes erlebt, wo es im schlimmsten Fall nur Dosenmilch gibt. Somit war für mich der Tag schon ein ganzer Erfolg. Ich hatte zuvor wenig gegessen und nach dem Refill fing ich innerlich schon an zu zittern. Wir mussten dringend etwas essen.
Erst am dritten Tag haben wir es geschafft uns für eine kleine Tour aufzuraffen. Wir wollten den berühmten Wasserfall besuchen. Einen unglaublich schönen, zierlichen Wasserfall haben die Laoten mittem in ihrem Dickicht stehen. Direkt vor dem Wasserfall war eine Brücke von der aus man Fotos von dem wundervollen Anblick des Wasserfalls schießen konnte. Dumm nur, dass sich jeder bekloppte Touri davor ablichten lassen will. Ich habe immer probiert die Leute mit winkenden Armen wegzujagen. Wer will schon Fremde Hampelmänner auf seinem Bild. Wirklich erfolgreich war ich nicht. Wir sind also, haben die Brücke passiert und sind den steilen Aufstieg hinauf. Von der Spitze des Wasserfalls konnten wir einen tollen Ausblick auf die Berge und Täler werfen. Überall waren kleine sowie große Flussadern, die sich durch den Berg schlängelten. Auf genau der anderen Seite des Wasserfalls haben wir uns dann bereit für den Abstieg gemacht. Unten angekommen wollten wir uns dann auch vor dem Wasserfall ablichten. Zuerst Sandra, dann ich. Es macht immer wieder Spass sich über alle aufzuregen und schließlich das gleiche zu machen. :D
Nach unserem kleinen Fotoshot sind wir weiter Flussabwärts. Hier sammelte sich das Wasser auf verschiedenen Terrassen. Es waren richtige kleine Schwimmbecken, die sich mit der Zeit gebildet haben. Die Außentemperatur war wirklich angenehm. Da das Wasser allerdings frisch aus der Quelle den Wasserfall herab gestürzt ist war das Schwimmen gehen eher eine Qual. Nachdem ich mich langsam in das eisige Wasser vorgewagt habe sprang Sandra einfach eiskalt von einem Stein komplett hinein. Nach fünf Minuten bekam ich dummerweise blaue Finger und wir entschlossen uns das Wasser lieber zu verlassen. Schöne Fotos und Erinnerungen haben wir dabei auf jeden Fall mitgenommen.
Zum Schluss stellte sich noch heraus, dass wir ursprünglich einen Stopp bei einem Laotischen Dorf eingeplant hatten. Der Busfahrer, der für eine Agentur auf eigene Rechnung arbeitet, hat uns das allerdings vorenthalten. Daraufhin sind wir zur Agentur spaziert und hätten, wenn wir nicht 50:50 machen wollten, das komplette Geld für die Tour zurückbekommen. Das hat uns wieder so positiv gestimmt, dass wir direkt die Busfahrt nach Vientiane bei der gleichen Agentur gebucht haben.
Leider haben wir viel zu wenig Zeit in Laos. Es gibt hier sicherlich noch so viel zu entdecken und wir sitzen bereits in Vientiane und blicken auf den Rückflug nach Kuala Lumpur in zwei Tagen.
Hier ist vielleicht anzumerken, dass Sandra meinen Post über die Horrorbusfahrt etwas zu lasch formuliert findet. In Wahrheit war es noch viel schlimmer.
Kurz um, wir haben nicht gesehen wo wir angekommen sind mit dem Bus und natürlich haben wir von der Stadt noch nichts sehen können. Am nächsten Morgen mussten wir gegen 11 Uhr auschecken. Wir wollten sowieso nicht länger bleiben, weil Sandra und ich kurzerhand zwei bessere Alternativen rausgesucht haben. Leider hatte man in dem ersten Hostel, das wir nach der kurzen Nacht besuchten keine Zimmer mehr frei. Daraufhin sind wir genau in die andere Richtung gelaufen, mit der Hoffnung dort ein Zimmer zu bekommen. Glücklicherweise wurden wir dort fündig und konnten endlich guten Gewissens in ein sauberes Zimmer mit weichem Doppelbett einziehen. Matratzen in Laos sind oftmals einfach nur hart. So hart, dass nicht jeder darauf schlafen kann.Ab diesem Zeitpunkt wurden alle stressigen Momente vergessen, der innerliche Resetknopf gedrückt und die Stadt bzw. das Land mit anderen Augen entdeckt. Verrückt ist nur, dass wir es an den ersten beiden Tagen nicht weit geschafft haben. Ganze 15 Minuten sind wir gelaufen bis wir ein wundervoll gelegenes Cafe gefunden haben (Joma Backery). Ich konnte mir endlich einen normalen Kaffee bestellen, der in einer richtigen, großen Tasse gebracht wurde inklusive Refill. Dazu gab es normale Milch, Low Fat Milch oder Soja Milch. Die Milch wurde separat bereitgestellt, damit der Kunde seinen Kaffee individuell verdünnen kann. Ganz besonders wichtig und hervorzuheben ist die Tatsache, dass die Milch in dem kleinen Metallgefäß heiß war. Nicht wie man es oftmals in Cafes erlebt, wo es im schlimmsten Fall nur Dosenmilch gibt. Somit war für mich der Tag schon ein ganzer Erfolg. Ich hatte zuvor wenig gegessen und nach dem Refill fing ich innerlich schon an zu zittern. Wir mussten dringend etwas essen.
Erst am dritten Tag haben wir es geschafft uns für eine kleine Tour aufzuraffen. Wir wollten den berühmten Wasserfall besuchen. Einen unglaublich schönen, zierlichen Wasserfall haben die Laoten mittem in ihrem Dickicht stehen. Direkt vor dem Wasserfall war eine Brücke von der aus man Fotos von dem wundervollen Anblick des Wasserfalls schießen konnte. Dumm nur, dass sich jeder bekloppte Touri davor ablichten lassen will. Ich habe immer probiert die Leute mit winkenden Armen wegzujagen. Wer will schon Fremde Hampelmänner auf seinem Bild. Wirklich erfolgreich war ich nicht. Wir sind also, haben die Brücke passiert und sind den steilen Aufstieg hinauf. Von der Spitze des Wasserfalls konnten wir einen tollen Ausblick auf die Berge und Täler werfen. Überall waren kleine sowie große Flussadern, die sich durch den Berg schlängelten. Auf genau der anderen Seite des Wasserfalls haben wir uns dann bereit für den Abstieg gemacht. Unten angekommen wollten wir uns dann auch vor dem Wasserfall ablichten. Zuerst Sandra, dann ich. Es macht immer wieder Spass sich über alle aufzuregen und schließlich das gleiche zu machen. :D
Nach unserem kleinen Fotoshot sind wir weiter Flussabwärts. Hier sammelte sich das Wasser auf verschiedenen Terrassen. Es waren richtige kleine Schwimmbecken, die sich mit der Zeit gebildet haben. Die Außentemperatur war wirklich angenehm. Da das Wasser allerdings frisch aus der Quelle den Wasserfall herab gestürzt ist war das Schwimmen gehen eher eine Qual. Nachdem ich mich langsam in das eisige Wasser vorgewagt habe sprang Sandra einfach eiskalt von einem Stein komplett hinein. Nach fünf Minuten bekam ich dummerweise blaue Finger und wir entschlossen uns das Wasser lieber zu verlassen. Schöne Fotos und Erinnerungen haben wir dabei auf jeden Fall mitgenommen.
Zum Schluss stellte sich noch heraus, dass wir ursprünglich einen Stopp bei einem Laotischen Dorf eingeplant hatten. Der Busfahrer, der für eine Agentur auf eigene Rechnung arbeitet, hat uns das allerdings vorenthalten. Daraufhin sind wir zur Agentur spaziert und hätten, wenn wir nicht 50:50 machen wollten, das komplette Geld für die Tour zurückbekommen. Das hat uns wieder so positiv gestimmt, dass wir direkt die Busfahrt nach Vientiane bei der gleichen Agentur gebucht haben.
Leider haben wir viel zu wenig Zeit in Laos. Es gibt hier sicherlich noch so viel zu entdecken und wir sitzen bereits in Vientiane und blicken auf den Rückflug nach Kuala Lumpur in zwei Tagen.
Dienstag, 18. Februar 2014
Die Horrorfahrt von Sapa nach Luang Prabang, Laos
Ähnlich wie die Geschichte über die Fahrt von Hanoi nach Sapa ist auch in dieser Geschichte nichts hinzugefügt, was nicht den Tatsachen entspricht. Ich habe bereits viele Blogs und Artikel über die Fahrten von Vietnam nach Laos gelesen und immer wieder ist der Begriff "Bus from Hell" aufgetaucht. Die Formulierung trifft laut meiner Recherche auf die Fahrt von Vientiane, Laos nach Hanoi, Vietnam zu. Wer allerdings diesen Post zu Ende liest wird feststellen, dass unsere Fahrt äquivalent zu dem ist, was im Internet berichtet wurde. (Teilweise wird es wohl auch der gleiche Bus, bzw. die gleiche Strecke sein)
Angefangen hat alles in Sapa. Wir haben einen Bus nach Dien Bien Phu gebucht, der Abends gegen 19 Uhr abfahren sollte und Dien Bien Phu ungefähr um 5 Uhr Morgens erreichen sollte. Die Strecke, die zu bewältigen galt beträgt 280 Kilometer. Wer jetzt eins und eins zusammen zählt, dem fällt auf, dass 10 Stunden fahrt für 280 Kilometer unnormal lange sind. Vollkommen zu recht mussten wir natürlich auch stutzen, aber was bleibt einem anderes übrig als ein Flug, der nun einmal locker das 2,5 Fache von der gesamten Fahrt nach Luang Prabang beträgt. Aus budgettechnischen Gründen blieb uns letztendlich nur der Bus.
Einmal losgefahren war soweit alles gut. Dass die Strecke den Berg hinunter ging war klar, wir sind so auch hoch gefahren und Kurven gehören ebenfalls dazu. Dummerweise werden viele Vietnamesen "seasick" bei der Fahrt und müssen sich schon nach wenigen Minuten übergeben. Anders als es ab und zu im Flugzeug passiert fängt gleich der halbe Bus an sich Plastiktüten zu krallen und den Magen zu entleeren. Man kann wirklich beobachten, wie die armen Vietnamesen unter diesem Problem leiden. Wenige schaffen es einzuschlafen sondern klammern sich an die Lehne des Vordermannes und harren starr aus, bis der nächste Stopp kommt. Umso schlimmer wurde die Situation, als wir den Fuß des Berges erreicht hatten. Aus einer kurvigen, gut geteerten Straße wurde eine Mondlandschaft. (Das ist nicht übertriegen) Die Straße war dermaßen im Arsch, das unsere Busfahrt vergleichbar mit der eines Schiffes bei rauer See war. Leider war es zu dunkel um ordentliche Bilder oder Videos zu machen. Sandra und ich konnten uns jetzt aber schon vorstellen, was die Post-Reisenden in ihren Erfahrungsberichten beschrieben haben.
Nach zehn Stunden Fahrt und wenig Schlaf kamen wir in Dien Bien Phu am Busbahnhof an. Soweit so gut. Eigentlich wollten wir einen Tag in der Stadt verbringen, um uns mental auf das zweite Stück der Fahrt nach Luang Prabang vorzubereiten. Eigentlich habe ich erwartet, dass Sandra ein Tag Ruhe entgegenkommt. Untypischerweise wollte sie allerdings lieber weiter fahren und die gesamte Strecke an einem Stück runterreissen.
Der Busbahnhof war ein kleiner Parkplatz, ummauert und voll mit Asiaten, die allemögichen Arten von Kisten, Boxen und Gepäckstücken mit sich schleppten. Ich habe nur gelesen, dass die Busse nach Laos immer bis zur Oberkante vollgepackt werden. Gepäck wird auf dem Dach verstaut und es soll auch vorkommen, dass Hühner mit im Bus sitzen.
Etwas müde und mit Schlaf in den Augen haben wir die Situation am Busbahnhof auf uns wirken lassen. Es kamen uns Motorroller entgegen, die Kisten mit kleinen Küken geladen hatten. Säcke voll mit Reis wurden in die Busse verfrachtet und unter den Sitzen und im Fußraum ausgelegt. Nachdem wir unsere Tickets gekauft haben hat man unsere Rucksäcke ganz normal in das Gepäckfach des Busses verladen. Wir waren froh. Anscheinend hatten wir keinen dieser Busse, die voll überfüllt das Land verlassen. Gegen 7:30 Uhr sollte der Bus Dien Bien Phu verlassen. Wir haben uns mit den zwei Kroaten und dem Holländer, die wir auf der ersten Fahrt kennengelernt haben in die letzte Reihe gesetzt. Anders als die normalen Sitze bestand die letzte Reihe aus Liegeplätzen.
Es verging immer mehr Zeit und der Bus füllte sich mit Europäern und Asiaten. Es wurden immer mehr und ich habe Sandra noch gefragt, ob wir nicht lieber auf einen zweier Sitz wechseln sollen, bevor unsere Schlafplätze als Mehrzweckabteil umfunktioniert werden. Sandra war sich nicht sicher, ich mir auch nicht und die anderen Drei hatten auch keine wirkliche Meinung. Wir sind also sitzen geblieben, in der Hoffnung, dass wir gemütlich und schlafend nach Laos fahren könnten. Natürlich war das völliger Blödsinn. Wir lagen 360° FALSCH. Ich kürze alles etwas ab. Der Bus war, ungelogen, mit drei mal so vielen Personen wie erlaubt beladen. Alleine bei uns hinten saßen insgesamt 12 Leute. (Saßen, lagen, quetschten, verzahnten sich Menschen) Wir haben uns wie Vieh gefühlt. Und bevor ich es vergesse. Der Bus neben uns hatte im Gepäckfach Schweine geladen. Kleine, schwarze Babyschweine, die einzeln in Bambuskäfigen auf Stroh untergebracht wurden. Es war also wahr. Die Geschichten im Internet stimmten tatsächlich. Sandra hat sogar noch gesehen wie in einem Bus Hühner mitgenommen wurden. Nun gut, es wurden immer mehr Leute eingeladen. Auch Europäer, die erst im Gang auf Reissäcken und Rucksäcken saßen und später auf den Armlehnen oder ganz vorne an der Scheibe des Busses klebten. Man bedenke, dass der Bus Gepäck im Rumpf hatte, auf dem Dach, im Bus und alles voller Menschen war. Sowas haben wir noch nie erlebt.
Als es endlich los ging habe ich das erste Mal wirklich um mein Leben und das von Sandra bangen müssen. Es war eine hügelige, steile und schmale Straße, die uns nach Laos führen sollte. Immer im Hinterkopf, dass für den Verantwortlichen evtl. den Busfahrer in Deutschland wohl die Todesstrafe wieder eingeführt worden wäre, hätte diese Aktion die Polizei mitbekommen. Ergänzend hierzu muss man sagen, dass die Vietnamesische Polizei die Fahrt abgesegnet hatte...
Da wir nun leider nicht mit der erst angenommenen Beinfreiheit gemütlich einschlafen konnten, kam hinzu, dass es so eng wurde, dass auf einem meiner Füße zwei weitere Füße standen und auf meinem zweiten Fuß eine alte Dame mit ihrem Hintern saß.
Das verrückte ist allerdings, dass ich in Deutschland höchstwahrscheinlich mehrfach unkontrolliert ausgerastet wäre, wenn man mich in eine solche Situation herein gesteckt hätte. Aber hier, was sollten wir machen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als einfach zu warten, auszuharren und uns die schmerzen, durch die angewinkelten Beine über uns ergehen zu lassen.
Jetzt, wo ich hier in Laos sitze und den Blogeintrag schreibe bin ich glücklich diese Fahrt mit gemacht zu haben. Ähnlich wie die Desasterfahrt im Eiszug nach Sapa war dies ein Erlebnis, dass ich wohl noch öfter erzählen werde. Komischerweise und untypisch für mich bin ich ohne Schmerzen in Luang Prabang angekommen. Sandra hingegen hatte starke Rückenschmerzen und eine leichte Erkältung, die ihre Fahrt stark belastet haben.
Nach ganzen 33 Stunden Busfahrt (Sapa - Luang Prabang) haben wir gegen 3 Uhr Morgens unser Ziel erreicht. Jetzt mussten wir nur noch ein Tuk Tuk finden, dass uns zu einem freien Hostel fährt. Nach einer weiteren Stunden konnten wir schließlich erschöpft und überglücklich unsere schlaffen Körper ins Bett fallen lassen.
Ich weiss, dass viele Europäer diese Fahrt machen, trotzdem bin ich stolz auf Sandra und mich, dass wir diese Qualen überstanden haben und dieses verrückte Erlebnis gemacht haben.
Angefangen hat alles in Sapa. Wir haben einen Bus nach Dien Bien Phu gebucht, der Abends gegen 19 Uhr abfahren sollte und Dien Bien Phu ungefähr um 5 Uhr Morgens erreichen sollte. Die Strecke, die zu bewältigen galt beträgt 280 Kilometer. Wer jetzt eins und eins zusammen zählt, dem fällt auf, dass 10 Stunden fahrt für 280 Kilometer unnormal lange sind. Vollkommen zu recht mussten wir natürlich auch stutzen, aber was bleibt einem anderes übrig als ein Flug, der nun einmal locker das 2,5 Fache von der gesamten Fahrt nach Luang Prabang beträgt. Aus budgettechnischen Gründen blieb uns letztendlich nur der Bus.
Einmal losgefahren war soweit alles gut. Dass die Strecke den Berg hinunter ging war klar, wir sind so auch hoch gefahren und Kurven gehören ebenfalls dazu. Dummerweise werden viele Vietnamesen "seasick" bei der Fahrt und müssen sich schon nach wenigen Minuten übergeben. Anders als es ab und zu im Flugzeug passiert fängt gleich der halbe Bus an sich Plastiktüten zu krallen und den Magen zu entleeren. Man kann wirklich beobachten, wie die armen Vietnamesen unter diesem Problem leiden. Wenige schaffen es einzuschlafen sondern klammern sich an die Lehne des Vordermannes und harren starr aus, bis der nächste Stopp kommt. Umso schlimmer wurde die Situation, als wir den Fuß des Berges erreicht hatten. Aus einer kurvigen, gut geteerten Straße wurde eine Mondlandschaft. (Das ist nicht übertriegen) Die Straße war dermaßen im Arsch, das unsere Busfahrt vergleichbar mit der eines Schiffes bei rauer See war. Leider war es zu dunkel um ordentliche Bilder oder Videos zu machen. Sandra und ich konnten uns jetzt aber schon vorstellen, was die Post-Reisenden in ihren Erfahrungsberichten beschrieben haben.
Nach zehn Stunden Fahrt und wenig Schlaf kamen wir in Dien Bien Phu am Busbahnhof an. Soweit so gut. Eigentlich wollten wir einen Tag in der Stadt verbringen, um uns mental auf das zweite Stück der Fahrt nach Luang Prabang vorzubereiten. Eigentlich habe ich erwartet, dass Sandra ein Tag Ruhe entgegenkommt. Untypischerweise wollte sie allerdings lieber weiter fahren und die gesamte Strecke an einem Stück runterreissen.
Der Busbahnhof war ein kleiner Parkplatz, ummauert und voll mit Asiaten, die allemögichen Arten von Kisten, Boxen und Gepäckstücken mit sich schleppten. Ich habe nur gelesen, dass die Busse nach Laos immer bis zur Oberkante vollgepackt werden. Gepäck wird auf dem Dach verstaut und es soll auch vorkommen, dass Hühner mit im Bus sitzen.
Etwas müde und mit Schlaf in den Augen haben wir die Situation am Busbahnhof auf uns wirken lassen. Es kamen uns Motorroller entgegen, die Kisten mit kleinen Küken geladen hatten. Säcke voll mit Reis wurden in die Busse verfrachtet und unter den Sitzen und im Fußraum ausgelegt. Nachdem wir unsere Tickets gekauft haben hat man unsere Rucksäcke ganz normal in das Gepäckfach des Busses verladen. Wir waren froh. Anscheinend hatten wir keinen dieser Busse, die voll überfüllt das Land verlassen. Gegen 7:30 Uhr sollte der Bus Dien Bien Phu verlassen. Wir haben uns mit den zwei Kroaten und dem Holländer, die wir auf der ersten Fahrt kennengelernt haben in die letzte Reihe gesetzt. Anders als die normalen Sitze bestand die letzte Reihe aus Liegeplätzen.
Es verging immer mehr Zeit und der Bus füllte sich mit Europäern und Asiaten. Es wurden immer mehr und ich habe Sandra noch gefragt, ob wir nicht lieber auf einen zweier Sitz wechseln sollen, bevor unsere Schlafplätze als Mehrzweckabteil umfunktioniert werden. Sandra war sich nicht sicher, ich mir auch nicht und die anderen Drei hatten auch keine wirkliche Meinung. Wir sind also sitzen geblieben, in der Hoffnung, dass wir gemütlich und schlafend nach Laos fahren könnten. Natürlich war das völliger Blödsinn. Wir lagen 360° FALSCH. Ich kürze alles etwas ab. Der Bus war, ungelogen, mit drei mal so vielen Personen wie erlaubt beladen. Alleine bei uns hinten saßen insgesamt 12 Leute. (Saßen, lagen, quetschten, verzahnten sich Menschen) Wir haben uns wie Vieh gefühlt. Und bevor ich es vergesse. Der Bus neben uns hatte im Gepäckfach Schweine geladen. Kleine, schwarze Babyschweine, die einzeln in Bambuskäfigen auf Stroh untergebracht wurden. Es war also wahr. Die Geschichten im Internet stimmten tatsächlich. Sandra hat sogar noch gesehen wie in einem Bus Hühner mitgenommen wurden. Nun gut, es wurden immer mehr Leute eingeladen. Auch Europäer, die erst im Gang auf Reissäcken und Rucksäcken saßen und später auf den Armlehnen oder ganz vorne an der Scheibe des Busses klebten. Man bedenke, dass der Bus Gepäck im Rumpf hatte, auf dem Dach, im Bus und alles voller Menschen war. Sowas haben wir noch nie erlebt.
Als es endlich los ging habe ich das erste Mal wirklich um mein Leben und das von Sandra bangen müssen. Es war eine hügelige, steile und schmale Straße, die uns nach Laos führen sollte. Immer im Hinterkopf, dass für den Verantwortlichen evtl. den Busfahrer in Deutschland wohl die Todesstrafe wieder eingeführt worden wäre, hätte diese Aktion die Polizei mitbekommen. Ergänzend hierzu muss man sagen, dass die Vietnamesische Polizei die Fahrt abgesegnet hatte...
Da wir nun leider nicht mit der erst angenommenen Beinfreiheit gemütlich einschlafen konnten, kam hinzu, dass es so eng wurde, dass auf einem meiner Füße zwei weitere Füße standen und auf meinem zweiten Fuß eine alte Dame mit ihrem Hintern saß.
Das verrückte ist allerdings, dass ich in Deutschland höchstwahrscheinlich mehrfach unkontrolliert ausgerastet wäre, wenn man mich in eine solche Situation herein gesteckt hätte. Aber hier, was sollten wir machen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als einfach zu warten, auszuharren und uns die schmerzen, durch die angewinkelten Beine über uns ergehen zu lassen.
Jetzt, wo ich hier in Laos sitze und den Blogeintrag schreibe bin ich glücklich diese Fahrt mit gemacht zu haben. Ähnlich wie die Desasterfahrt im Eiszug nach Sapa war dies ein Erlebnis, dass ich wohl noch öfter erzählen werde. Komischerweise und untypisch für mich bin ich ohne Schmerzen in Luang Prabang angekommen. Sandra hingegen hatte starke Rückenschmerzen und eine leichte Erkältung, die ihre Fahrt stark belastet haben.
Nach ganzen 33 Stunden Busfahrt (Sapa - Luang Prabang) haben wir gegen 3 Uhr Morgens unser Ziel erreicht. Jetzt mussten wir nur noch ein Tuk Tuk finden, dass uns zu einem freien Hostel fährt. Nach einer weiteren Stunden konnten wir schließlich erschöpft und überglücklich unsere schlaffen Körper ins Bett fallen lassen.
Ich weiss, dass viele Europäer diese Fahrt machen, trotzdem bin ich stolz auf Sandra und mich, dass wir diese Qualen überstanden haben und dieses verrückte Erlebnis gemacht haben.
Montag, 17. Februar 2014
Sapa, Vietnam
Sapa ist grundsätzlich für die reichlich angesiedelten Reisterassen bekannt und ein "Muss" für jeden Vietnamreisenden oder Trekking Fan.
Ich habe in einem Blog gelesen, dass man über Sapa gut nach Dien Bien Phu und anschließend nach Laos übersetzten konnte. Anders hätte man ansonsten auch die durchgängige 20-30 Stunden Fahrt von Hanoi direkt nach Luang Prabang, Laos wählen können. (Dazu aber in einem weiteren Post mehr...)
Nach der "Eis-Ich-sterbe-Fast-Zugfahrt" sind wir wie bereits geschrieben in unserem Hotel angekommen. Mehr als glücklich über die Wärmematten haben wir uns erstmal ein Nickerchen gegönnt. Guckt man sich die Bilder an wird einem schnell klar, dass man dank des Nebels keine 10 Meter weit sehen konnte. Es war also nicht nur beschissen kalt sondern auch noch nebelig. Es machte den Anschein, als wären wir nach Sapa gekommen, um einfach nur sagen zu können wir wären dort, oder um einfach zwei Tage ohne tolle Erfahrungen zu machen verstreichen zu lassen.
Auf der Suche nach einem Restaurant am Abend haben wir schon bemerkt, dass wirklich alle Gäste, egal wo, mit Jacken und Mützen in den Restaurants saßen. Es gab also wirklich keinen ver****** Platz in der Stadt, an dem man sich aufwärmen konnte. Wer sticht sich schon gerne mit der Gabel mehrfach in Lippe, weil die Hand so sehr zittert durch die Kälte? Es schien wirklich hoffnungslos. Als ich Sandra dann auch noch erzählt habe, dass ich ein Busticket nach Dien Bien Phu gekauft habe und der Bus erst am nächsten Abend fährt wurde uns klar, dass wir einen Tag einfach nichts machen können, weil unsere Klamotten einfach nicht auf das Wetter abgestimmt waren.
Und dann kam der nächste Morgen. Es war wieder arschkalt und nebelig. Nach dem Frühstück sind wir aus langeweile durch die Stadt gelaufen und haben uns einfach nur unterhalten. Laufen ist bekanntlich eine gute Wahl, wenn man seinen Körper etwas aufwärmen möchte. Irgendwo zwischen Bergen und Nebel haben wir plötzlich gar nicht weit entfernt eine Aussichtsplattform auf einem der vielen Berge entdeckt. Da ich nicht an Langeweile sterben wollte und wir gut sieben Stunden Zeit hatten bis der Bus abfährt haben wir bestimmt dreissig Minuten vergebens versucht einen Fahrt hinauf zu finden. Dummerweise war die Touristinformation, trotz offizieller Öffnungszeiten geschlossen. Nicht geschlossen war zum Glück deren Wifi. Über GoogleMaps haben wir uns den Startpunkt herausgesucht und gleich drauf zu marschiert. Für ging es darum einen Berg zu besteigen, für die Vietnamesen, die einen Counter am Fuß des Berges aufgestellt haben darum Geld zu machen. Jeder von uns beiden musste 70.000 Dong zahlen, um einen Berg hoch zu laufen! Ehrlich gesagt war ich etwas sauer. Als wir dann allerdings die Karte für den Berg und die damit verbundenen Gärten zugesteckt bekamen legte sich meine schlechte Stimmung etwas.
Keine 50 Höhenmeter später brach die Sonne durch die Wolken. Wir konnten uns gar nicht schnell genug die Jacken und Mützen ausziehen. Auf der Aussichtplatform angekommen unterlagen wir dem wunderschönen Anblick auf die Stadt Sapa. Reisterassen haben wir leider kiene gesehen und höchstwahrscheinlich hätte man dafür etwas weiter in die Berge fahren müssen, aber wir waren trotz alledem von unserem Ausflug begeistert. Auf Weg zurück haben wir auf halber Strecke Halt gemacht und uns bei einem Wasser die landschaftliche Schönheit weiter angesehen.











Ich habe in einem Blog gelesen, dass man über Sapa gut nach Dien Bien Phu und anschließend nach Laos übersetzten konnte. Anders hätte man ansonsten auch die durchgängige 20-30 Stunden Fahrt von Hanoi direkt nach Luang Prabang, Laos wählen können. (Dazu aber in einem weiteren Post mehr...)
Nach der "Eis-Ich-sterbe-Fast-Zugfahrt" sind wir wie bereits geschrieben in unserem Hotel angekommen. Mehr als glücklich über die Wärmematten haben wir uns erstmal ein Nickerchen gegönnt. Guckt man sich die Bilder an wird einem schnell klar, dass man dank des Nebels keine 10 Meter weit sehen konnte. Es war also nicht nur beschissen kalt sondern auch noch nebelig. Es machte den Anschein, als wären wir nach Sapa gekommen, um einfach nur sagen zu können wir wären dort, oder um einfach zwei Tage ohne tolle Erfahrungen zu machen verstreichen zu lassen.
Auf der Suche nach einem Restaurant am Abend haben wir schon bemerkt, dass wirklich alle Gäste, egal wo, mit Jacken und Mützen in den Restaurants saßen. Es gab also wirklich keinen ver****** Platz in der Stadt, an dem man sich aufwärmen konnte. Wer sticht sich schon gerne mit der Gabel mehrfach in Lippe, weil die Hand so sehr zittert durch die Kälte? Es schien wirklich hoffnungslos. Als ich Sandra dann auch noch erzählt habe, dass ich ein Busticket nach Dien Bien Phu gekauft habe und der Bus erst am nächsten Abend fährt wurde uns klar, dass wir einen Tag einfach nichts machen können, weil unsere Klamotten einfach nicht auf das Wetter abgestimmt waren.
Und dann kam der nächste Morgen. Es war wieder arschkalt und nebelig. Nach dem Frühstück sind wir aus langeweile durch die Stadt gelaufen und haben uns einfach nur unterhalten. Laufen ist bekanntlich eine gute Wahl, wenn man seinen Körper etwas aufwärmen möchte. Irgendwo zwischen Bergen und Nebel haben wir plötzlich gar nicht weit entfernt eine Aussichtsplattform auf einem der vielen Berge entdeckt. Da ich nicht an Langeweile sterben wollte und wir gut sieben Stunden Zeit hatten bis der Bus abfährt haben wir bestimmt dreissig Minuten vergebens versucht einen Fahrt hinauf zu finden. Dummerweise war die Touristinformation, trotz offizieller Öffnungszeiten geschlossen. Nicht geschlossen war zum Glück deren Wifi. Über GoogleMaps haben wir uns den Startpunkt herausgesucht und gleich drauf zu marschiert. Für ging es darum einen Berg zu besteigen, für die Vietnamesen, die einen Counter am Fuß des Berges aufgestellt haben darum Geld zu machen. Jeder von uns beiden musste 70.000 Dong zahlen, um einen Berg hoch zu laufen! Ehrlich gesagt war ich etwas sauer. Als wir dann allerdings die Karte für den Berg und die damit verbundenen Gärten zugesteckt bekamen legte sich meine schlechte Stimmung etwas.
Keine 50 Höhenmeter später brach die Sonne durch die Wolken. Wir konnten uns gar nicht schnell genug die Jacken und Mützen ausziehen. Auf der Aussichtplatform angekommen unterlagen wir dem wunderschönen Anblick auf die Stadt Sapa. Reisterassen haben wir leider kiene gesehen und höchstwahrscheinlich hätte man dafür etwas weiter in die Berge fahren müssen, aber wir waren trotz alledem von unserem Ausflug begeistert. Auf Weg zurück haben wir auf halber Strecke Halt gemacht und uns bei einem Wasser die landschaftliche Schönheit weiter angesehen.
Die Fahrt nach Sapa
In Halong hat uns das Wetter wirklich stark mitgenommen. Wer mit diesem Umschwung nicht rechnet und dann auch noch in der Halong Bucht halb unter freiem Himmel schläft, der bekommt einen leichten Knacks. Schlimmer wird es dann nur noch, wenn man durch den hohen Preis für diesen Ausflug zum Sparen aufgefordert ist und sich die Holzklasse im Zug von Hanoi nach Sapa bucht.
Holzklasse ist hier wörtlich gemeint. Wir haben uns das günstigste Zugticket gekauft, dass man für Geld bekommen konnte. Sandra wollte mich bereits im vorhinein und dann noch einmal nach Fahrt fast umbringen, weil die Fahrt wohl den wahrhaftig schlimmsten Teil unserer Reise beschreibt. Nach den vielen Busfahrten war es mir geschuldet, dass wir den Zug genommen haben, da ich persönlich gerne einmal mit der Bahn fahren wollte. Man hatte uns noch vorgewarnt, dass der Zug keine Fenster hätte, aber wer glaubt so etwas schon? Ich nicht, Sandra schon. Recht hatten wir beide nur so halb. Als wir gegen 10 Uhr abends auf den Bahnsteig im völligen Dunkel unser Abteil suchen mussten kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. die Abteile waren Blechbüchsen mit vergitterten Fenstern, die zwar Fenster besaßen, sich aber nur zu 90% schließen lassen konnten. Wer jetzt erwartet, dass die Züge eine Klimaanlage oder sogar Heizung besitzen liegt völlig falsch. Und wie hätte es anders sein sollen, Holz ist tatsächlich wirklich richtig hart und unbequem. Schlimm, wenn man dann zehn Stunden darauf sitzen bzw. liegen soll. Sandra war am Tiefpunkt angekommen und auch für mich war es ein Erlebnis, das ich gerne auf meiner Liste abharken wollte, aber nicht unter diesen Umständen. In Asien heisst Aussentemperatur gleich Innentemperatur. Glücklicherweise hatte Sandra ihren Schlafsack dabei, mit dem sie sich zudecken konnte. Ich hingegen hatte Chucks mit Füßlingen, eine Adidas Jogginghose und einen Sommerpullover mit Regenjacke. Einzig und alleine meine neu erworbenen Winterutensilien wie Schal und Mütze haben mich vor dem Erfrieren gerettet. Auch hier ist nichts übertrieben, es war wirklich furchtbar wie der eiskalte Wind durch die großen Schlitze unter den Fenstern fegte und mir die Nackenhaare zu Berge hat stehen lassen. Glücklicherweise konnte Sandra in ihrem Schlafsack ein paar Stunden schlafen. Ich sowie viele Vietnamesen saß spärlich bekleidet in unserem Abteil und habe mir die Schuhe ausgezogen, um meine eiskalten Füße mit den Händen warm zu rubbeln. Ein einiger Trost für die Vietnamesen waren die fliegenden Händler, die regelmäßig mit heißem Tee und Nahrungsmitteln durch die Gänge marschierten. Wir haben uns nichts gekauft. Wir haben gelernt gut vorbereit auf Reise zu gehen. Selten ist klar, wann der nächste Toilettengang ist oder wo und wann wieder ein Stopp zum Essen eingelegt wird.
Nach guten zehn Stunden und vielleicht einer Stunde Schlaf für mich kamen wir ausgekühlt und erschöpft am Bahnhof in Lao Cai an, einer Stadt, rund dreissig Kilometer entfernt von Sapa. Von hier aus haben wir uns bereits im Voraus ein Ticket für einen Minibus gekauft, der uns direkt zu unserem Hotel gebracht hat. Als wir dann erfahren haben, dass wir bereits vor dem offiziellen "Check in" in unser Zimmer durften waren wir überglücklich. Die Krönung war die Heiss-Wasser-Dusche gefolgt von der Heizmatte im Bett. Auch hier war waren es zehn Grad im Zimmer. Selbst nach dreissig Minuten im Bett konnten wir noch unseren Atem sehen...



Holzklasse ist hier wörtlich gemeint. Wir haben uns das günstigste Zugticket gekauft, dass man für Geld bekommen konnte. Sandra wollte mich bereits im vorhinein und dann noch einmal nach Fahrt fast umbringen, weil die Fahrt wohl den wahrhaftig schlimmsten Teil unserer Reise beschreibt. Nach den vielen Busfahrten war es mir geschuldet, dass wir den Zug genommen haben, da ich persönlich gerne einmal mit der Bahn fahren wollte. Man hatte uns noch vorgewarnt, dass der Zug keine Fenster hätte, aber wer glaubt so etwas schon? Ich nicht, Sandra schon. Recht hatten wir beide nur so halb. Als wir gegen 10 Uhr abends auf den Bahnsteig im völligen Dunkel unser Abteil suchen mussten kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. die Abteile waren Blechbüchsen mit vergitterten Fenstern, die zwar Fenster besaßen, sich aber nur zu 90% schließen lassen konnten. Wer jetzt erwartet, dass die Züge eine Klimaanlage oder sogar Heizung besitzen liegt völlig falsch. Und wie hätte es anders sein sollen, Holz ist tatsächlich wirklich richtig hart und unbequem. Schlimm, wenn man dann zehn Stunden darauf sitzen bzw. liegen soll. Sandra war am Tiefpunkt angekommen und auch für mich war es ein Erlebnis, das ich gerne auf meiner Liste abharken wollte, aber nicht unter diesen Umständen. In Asien heisst Aussentemperatur gleich Innentemperatur. Glücklicherweise hatte Sandra ihren Schlafsack dabei, mit dem sie sich zudecken konnte. Ich hingegen hatte Chucks mit Füßlingen, eine Adidas Jogginghose und einen Sommerpullover mit Regenjacke. Einzig und alleine meine neu erworbenen Winterutensilien wie Schal und Mütze haben mich vor dem Erfrieren gerettet. Auch hier ist nichts übertrieben, es war wirklich furchtbar wie der eiskalte Wind durch die großen Schlitze unter den Fenstern fegte und mir die Nackenhaare zu Berge hat stehen lassen. Glücklicherweise konnte Sandra in ihrem Schlafsack ein paar Stunden schlafen. Ich sowie viele Vietnamesen saß spärlich bekleidet in unserem Abteil und habe mir die Schuhe ausgezogen, um meine eiskalten Füße mit den Händen warm zu rubbeln. Ein einiger Trost für die Vietnamesen waren die fliegenden Händler, die regelmäßig mit heißem Tee und Nahrungsmitteln durch die Gänge marschierten. Wir haben uns nichts gekauft. Wir haben gelernt gut vorbereit auf Reise zu gehen. Selten ist klar, wann der nächste Toilettengang ist oder wo und wann wieder ein Stopp zum Essen eingelegt wird.
Nach guten zehn Stunden und vielleicht einer Stunde Schlaf für mich kamen wir ausgekühlt und erschöpft am Bahnhof in Lao Cai an, einer Stadt, rund dreissig Kilometer entfernt von Sapa. Von hier aus haben wir uns bereits im Voraus ein Ticket für einen Minibus gekauft, der uns direkt zu unserem Hotel gebracht hat. Als wir dann erfahren haben, dass wir bereits vor dem offiziellen "Check in" in unser Zimmer durften waren wir überglücklich. Die Krönung war die Heiss-Wasser-Dusche gefolgt von der Heizmatte im Bett. Auch hier war waren es zehn Grad im Zimmer. Selbst nach dreissig Minuten im Bett konnten wir noch unseren Atem sehen...
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