Freitag, 31. Juli 2020

Dali 2, immer noch Südchina





Heute war es wieder zu herrlich. Hatte ein kurzes Gespräch mit Ruby:

Oliver: „Ruby, wir machen jetzt mal Chilli Vanilli.“
Ruby: „Das ist eine gute Idee, Papa. Ich möchte auch gern ein Vanilleeis.“

Vater-Tochter-Gespräche

So viel dazu... wir sind heute bestimmt 2,5 Stunden Taxi gefahren, nachdem wir eine Irrfahrt mit Leihrädern hinter uns hatten. Sandra wollte unbedingt auf die andere Seite des Sees. Von unserem Standort sind das ca 60km. Erstmal wollte Sandra gerne mit dem Leihrad fahren, obwohl die Stecke selbst für geübte Radfahrer schon ein Stück ist. Als ihr dann sagte, dass man nur ganz im Süden Leihrräder mieten kann sind wir erstmal mit dem Taxi dort hin. Angenommen, sind wir mit den Rädern etwas rumgecruist bis wir die Geltungszone verlassen haben und die Fahrräder durch die Software blockiert worden. (Leihräder werden über 4G freigeschaltet und kommunizieren mit Hilfe GPS mit dem Server. Daher weiß der Anbieter immer wo man langfährt) 




Nach einer kurzen Diskussion wie scheisse das doch alles wieder ist sind wir dann doch wieder Taxi gefahren. Eine ganze Stundeeeee.... Gibt weis Gott Schöneres im Leben. Entlohnt wurden wir aber über ein kleines Dorf mit lustig engen Gassen, die auf der einen Seite super hipp waren und andererseits total abgefuckt daher kamen. So ist das halt manchmal in China. 
Essen gab es im Dream Island, einer Empfehlung von Freunden. Gehobenere Küche mit tollem Ausblick. Gut hat’s geschmeckt. 



Posen können nicht nur die Chinesen. Ruby hat sich das ein oder andere Motiv abgeguckt. 🥰

Ein typisches Bild, das man überall in China findet. Alle am Essen und gleichzeitig am Handy. Da fragst du dich selbst als Kind des Web 2.0 was bei den Leuten schief gelaufen ist. Echt traurig... der man nimmt übrigens gerade eine Sprachnachricht auf, falls das nicht klar rüber kommt. :D

Bevor es dann abends nochmal los gehen sollte hatte Ruby eine Idee für sich und ihre aktuell beste Freundin im Urlaub. Warum sollte man nichtmal versuchen mit einer Katze Memory zu spielen? :)


Abends waren wir dann auf Wunsch von Sandra ein zweites Mal in dem leckeren vegetarischen Restaurant. Dort gab es viele Gerichte, die an Fleischgerichte erinnern. Hühnchen, Schwein, Entenhaut und so leckere Spieße mit weiß der Kukuk was. Das weiß man ja in Deutschland auch nicht immer so genau. 



Nachdem uns Ruby nach dem Essen mit einem Verdauungsdauerlauf auf Zack gehalten hat sind wir nur noch schnell zu dem einen der vielen beleuchteten Tore gelaufen, um ein schönes Bild bei Nacht zu machen. Nach einem Sturz ging es dann auf dem Arm zurück zum Hotel. 



Nach einer durchregneten Nacht mit Blitz und Donner mussten wir dann Lebewohl sagen. Ein letztes Frühstück und ein letztes Mal Katze streicheln. Es war wirklich sehr schön und wir können das Dali Courtyard wirklich empfehlen. Man hat das Gefühl man taucht in eine ganz alte chinesische Welt ab. Alles aus Holz und super smart für die damaligen Verhältnisse. Man konnte die eine Hauswand fast komplett öffnen. Überall gab es Türen. 
Einziger Stilbruch war die japanische Toilette, die bei Nähring den Deckel automatisch öffnet und von alleine spült. Dazu gab es noch einen beheizten Sitz. Was will man mehr, wenn man gedanklich gerade im Jahr 1740 unterwegs ist :D






Donnerstag, 30. Juli 2020

Dali, Südchina

Mal wieder ein Eintrag per Handy. Wer hätte gedacht, dass ich mir den Stress nochmal gebe. 😂😂
Corona hat uns alle gebeutelt und wir sind frustriert. Keine Chance die Familie in Deutschland zu besuchen und Urlaub ist nur in China möglich. Aber warum sollte man das nicht positiv sehen. Man kann sich endlich mal auf das Land konzedieren in dem man für zwei Jahre leben wird. Und was soll ich sagen... wir leben sogar schon ein Jahr und einen Tag in China. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Und vielleicht bleiben wir sogar länger, wenn wir in Deutschland keine Perspektive sehen. Mal gucken was 2021 bringt - 2020 hat schon total verkakkt. 

Wir sind jetzt spontan für einen Zehn-Tage-Trip nach Südchina gereist. Ruby konnte es kaum abwarten wieder in den Flieger zu steigen. 
Ganz ohne Corona Test konnten wir Beijing verlassen und in Dali einreisen. Es hatte schon etwas von 2019. Einem guten Jahrgang, wenn man das so sagen kann. :D

Dali soll ein Hippie Paradies sein, aber seit ca 2 Jahren bekämpft man exzessiv Marijuana... nicht schön... 

Wir sind im Dali Old Courtyard unter gekommen. Sandra sagte: So stelle ich mir das richtige alte China vor. Es ist echt faszinierend. Ganz einfach gebaut, aber mit vielen tollen liebevollen Details. Was die sich früher die Hände wund geschnitzt haben müssen...





Heute waren wir den ganzen Tag in einer tollen Tempelanlage unterwegs. 
Kilometer weise Treppen steigen und das in praller Hitze. Dafür wurden wir mit schönen Ausblicken belohnt. 










Zum Abend dann ein leckeres Essen im vegetarischen Restaurant um die Ecke. Super lecker und gesund. 
Bild ist von Ruby :D


Samstag, 6. Juni 2020

Ein tropisches Paradies

Durch Corona Wurden wir gezwungen ein Urlaubsort zu finden, der sich innerhalb von China befindet. Viele unserer Freunde haben uns von Hainan erzählt, der einzigen tropischen Insel von China. Preisleistung stimmt einfach gerade zum jetzigen Zeitpunkt. Irgendwie wollen nicht alles lesen reisen und so haben wir den Vorteil, dass das Hotel ist ausgebucht ist und die Poollandschaft und auch die Restaurant nur mäßig besucht sind. Unser Zimmer hat einen kleinen Balkon auf dem  wir unsere Sachen trocknen können, aber auch abends einfach noch mal eine Flasche Bier trinken können. Wir haben ein ausgiebiges Frühstück und haben auch einen speziellen Deal, dass wir zwei Mittagessen und zweimal Abendessen im Preis inklusive haben. Der einzige Nachteil ist, dass wir an dem Strand nicht ins Wasser gehen dürfen. Warum das so ist können wir bis jetzt noch keiner beantworten, aber ich denke mal die Wellen sind relativ stark und irgendwie kann es dann hier keiner kontrollieren. Ihr wisst ja wie die Chinesen sind - leicht unkontrollierbar. Uns egal, wir sitzen am Pool wir genießen hier die Sonne. Wieso immer trifft man natürlich auch deutsche die mit einem kleinen Kind hier sind, das im Alter von Ruby ist. Alle drei kommen aus Shanghai. 

Einfach mal so richtig entspannen, das ist das was wir schon ewig nicht gemacht haben. Was wir uns aber diesmal vorgenommen haben ist, nicht zu lange zu bleiben. Wir sind für vier Nächte hier und ich glaube das ist auch genau richtig. Wir waren jetzt schon öfter über mehrere Wochen unterwegs und haben dann immer festgestellt, dass es zu Hause doch echt am schönsten ist. Diesen Blog Eintrag habe ich mit der Voicefunktion vom Handy aufgenommen, der die Sprache direkt in Text formatiert. Ich hoffe, dass ist alles soweit korrekt und jeder kann meinen Eintrag auch verstehen. Großartig Korrektur wollte ich nicht lesen. Jetzt noch ein paar Bilder, um alle ein bisschen neidisch zu machen. 

Die Bilder sind ein kleiner Mix. Ein bisschen aus dem Pool Landschaft, ein bisschen vom Strand und ein bisschen von unserem Abendessen inklusive Live Musik. Ruby hat die Tanzfläche eröffnet und innerhalb von 2 Minuten waren 30 Chinesen dabei.

Vorgestern war auch der erste Tag an dem Ruby mit Schwimmflügel geschwommen ist, und es klappt von Tag zu Tag besser. Bis Montag kann sie schwimmen ohne Schwimmflügel. Da jetzt jeden Tag 6 Stunden im Wasser ist, der muss es einfach schaffen. 









Sonntag, 23. Februar 2020

Die Isolation beginnt


Ich sitze gerade am Samstag morgen mit meinem frischen Kaffee im Wohnzimmer und da fällt mir auf, dass ich schon lange nichts mehr in meinem Blog veröffentlicht habe. Gestern hatten wir noch bestes Wetter und ursprünglich wollte ich einen Spaziergang machen. Spontan überkam mich allerdings die Müdigkeit, weil ich am selben Tag erst gegen 8 Uhr morgens vom Feiern zurück nach Hause kam. Heute morgen, ausgeschlafen kann der Tag wieder richtig beginnen. Es ist 9:30 Uhr und ich habe mir für heute viel Programm vorgenommen. Ich habe ca. 100 Seiten Briefe, Dokumente, etc. aus Deutschland mitgebracht, die ich jetzt sortieren und in meine Ordner abheften muss. Dazu kommen noch andere administrative Aufgaben in der Wohnung.
Gestern habe ich nach langem überlegen einen Wasserfilter für die Küche bestellt. Das ist ein Behälter, der das Wasser aus der Zuleitung reinigt und dann weiter an einen separaten Hahn speist. Irgendwie ist das Wasser hier einfach zu Chlorhaltig. Dazu kommen Rückstände von Altmetall, usw. In meinen Luftbefeuchtern setzt sich nach ein paar Tagen immer so eine Art Kristallboden ab, der sicherlich nicht natürlich ein kann. :D

Blick aus unserem Esszimmer auf den Central Business District

Ja... Wie haben wir die letzten Tage erlebt. Ich nach viel hin und her und etwas persönlicher Panik mit meiner Familie am 30.01 von Vietnam vorzeitig nach Beijing zurück geflogen. Die letzten Tage des Urlaubs waren von Stress, viel Diskussion und ein wenig Angst geprägt. Keine schöne Zeit zum genießen. Angekommen in Beijing kam uns die Berichterstattung vor als hätte man uns ein falsches Bild von China gezeigt. Es war bestes Wetter. Es war hell. Die Berichte auf Spiegel haben immer nur die fiesen, dunklen und versmoggten Bilder von China gezeigt, die bei uns eine Art Weltuntergangsscenario aufkommen lassen haben. Kurzerhand habe ich meinen Flug, der zur gleichen Zeit mit Sandra und Ruby am nächsten Tag abfliegen sollte storniert. Ich war mir für den Moment sicher, dass ich in China bleiben werde. So schlimm kann es doch nicht sein.
Als dann aber am nächsten Morgen die neusten Berichte über Infizierte, Tate und die nächsten Schritte veröffentlicht wurden hat mich Sandra umgestimmt. Isolation? Keine Produktion bei VW? All diese News haben uns dazu bewegt doch noch einen Flug für mich zu buchen. Also bin ich wieder an den Laptop und habe kurzfristig für den gleichen Tag einen Intercontinental Flug gebucht. Was für ein hin und her. Mittlerweile hat man ein Alter erreicht in dem man wirklich viele Probleme gelöst hat. Ein Alter in dem man oftmals einfach gelassener Themen angeht als vor 10 Jahren. Und trotzdem gibt es immer wieder Herausforderungen, die einen leicht überfordern. Was ist richtig, was ist falsch? Die Frage in dem Moment zu beantworten war gar nicht so einfach. Schlussendlich sind wir dann aber am gleichen Tag um 11:50 nach Deutschland geflogen. Ich habe immer damit gepokert, dass auch unser Unternehmen, anlog vieler Wettbewerber, die Produktion für die darauffolgende Woche stilllegt. Und so kam es dann auch. Mit etwas Glück und Überzeugung durfte ich dann die nächsten 2 Wochen von zu Hause bzw. dem Werk in Deutschland arbeiten bevor ich am 18.02 wieder in Beijing gelandet bin.
In dem Flieger habe ich dann die Personen gesehen, die ich sonst nur auf Fotos gesehen habe, die mir irgendjemand gezeigt hat. Menschen, die sich total vermummen wie mein Sitznachbar. Unter seiner Dräger Maske hatte er noch eine Maske, die ihm das Atmen sichtlich schwer gemacht haben. Dazu Handschuhe und Desinfektionsmittel... Aus der Sicht meiner Sichtnachbarin zur Linken und mir etwas übertrieben. Wir haben uns halb tot gelacht. :D

Mein Sitznachbar im Flieger von Moskau nach Beijing.

Die Welt hier dreht sich jetzt tatsächlich etwas anders. Es sind sehr wenig Menschen auf den Straßen. Viele Restaurants und Supermärkte haben zu. Gerade die kleinen, lokalen Geschäfte sind oftmals geschlossen. Ich frage mich dann immer wie die ohne Einnahmen überleben können...
Es war in den letzten Jahren wahrscheinlich noch nie so ruhig in der Stadt wie in der jetzigen Zeit. Alle sind verpflichtet Masken zu tragen und das macht auch wirklich jeder.
Egal welches Geschäft man betritt, man muss sich die Temperatur messen lassen. Wer erhöhte Temperatur hat muss getestet werden und das will keiner. Warum auch immer, meine Temperatur war meistens bei 35 Grad. Wahrscheinlich weil sie am Handgelenk oder an der Stirn gemessen haben während ich 5 Minuten durch die Kälte gelaufen bin. Ich weiss es nicht, bin kein Arzt.
In unserem Park Avenue Compound hat man 2 von 3 Eingängen geschlossen. Es gibt nur noch einen zentralen Eingang an dem alles überprüft wird und an dem auch Pakete auf Regale abgegeben werden können. In der Regel werden die Pakete in der Lobby jedes Hauses abgelegt, aber Fremde dürfen das Grundstück nicht mehr betreten. Man bedenke, dass viele Chinesen ohnehin schon Essen liefern lassen. Das habe ich jetzt auch gemacht und es war genial. Auf dem Handy im digitalen Supermarkt bestellt und liefern lassen ist die effizienteste Art des einkaufen. Obst war frisch und alles ist innerhalb 1,5 Stunden geliefert worden. Danke, dass ich dieses Privileg haben darf. :)
Etwas witziges ist mir noch auf dem Bild aufgefallen, der den Fahrstuhl in der Park Avenue zeigt. Vor und in dem Fahrstuhl gibt es extra Papiertücher, die man benutzen kann, um den Knopf zu drücken. Das ist hygienisch, das ist schon richtig. Der Stift mit dem sich alle mal in die Liste am Eingang eingetragen haben ist der Gleiche. Der Türgriff, den alle anfassen müssen ist immer der Gleiche. Es gibt wahrscheinlich dem ein oder anderen ein gutes Gefühl.

Regal für Warenlieferungen aller Art

Auf einmal ist alles einzeln verpackt...
Fahrstuhl Park Avenue

Da jetzt viele Kollegen ohne ihre Familien wieder zurück gereist sind hatten wir abends natürlich viel Zeit etwas zu unternehmen. Wir sind fast jetzt Tag losgezogen und haben bei irgendwem zu Hause gequatscht oder sind etwas essen gegangen.

Lobby Millennium Residences - Unterschrift und Temperatur 

Bei Erkan im Millennium am 19.02.20

Als ich am 22.02 nach der Party im El Barrilo nach Hause wollte sind wir noch für fünf weitere Stunden bei Erdal eingekehrt. Haben uns nett unterhalten und gegen 7:30am bin ich los nach Hause. Das Wetter war unglaublich gut. Kein Smog und die Sonne kam gerade durch die Wolken durch. Ich habe ich entschieden zu Fuß zu laufen und konnte einmal die Stille der Stadt genießen. Man muss immer bedenken, dass ich die Kreuzung auf dem zweiten Bild noch nie so menschenleer gesehen habe.

Blick aus Erdals Wohnung

Panorama Mercedes me und Sanlitun Village
Straße Richtung 3. Ring und Richtung Park Avenue

ins fehlt vielleicht noch. Bilder wie wir tatsächlich täglich rum gelaufen sind. Masken sind ein echtes Muss und ich habe meinem chinesischen Kollegen noch zusätzlich 450 Masken aus Deutschland mitgebracht. Hier in China sind sie gerade Mangelware und selbst in Deutschland explodieren gerade die Kosten.

Auf dem Weg zu Erkan 19.02.20
Im Fahrstuhl zu Erkan 19.02.20
Nach dem Abend im Q-Mex 21.02.20