Shanghai war für Sandra und mich der erste richtige Stopp in
China. Nur 4 Stunden nach Sandras Ankunft in Beijing sind wir zum Südbahnhof
gefahren, um von dort aus mit dem Zug nach Shanghai zu fahren. Wer die Deutsche
Bahn kennt wird die die chinesische Bahn lieben. Jeder Fahrgast bekommt einen
Sitzplatz, der Zug ist sauber, das Personal freundlich und es gibt ein Bistro
an Board. Viel wichtiger für den geplagten Deutsche Bahn Reisenden ist der
Begriff Pünktlichkeit. In China versteht man unter Pünktlichkeit nämlich das was unter Pünktlichkeit auch im Duden steht. (Nach Deutscher Bahn Logik ist ein Zug pünktlich, wenn
er nicht mehr als 10 Minuten Verspätung hat. Das ist natürlich völliger
Schwachsinn) Unser Zug ist tatsächlich wie auf dem Ticket vermerkt, um genau
15:59:34 losgefahren. Pünktlich losfahren ist eine Disziplin, die andere ist
pünktlich ankommen, aber auch das war kein Problem. Der Zug ist schließlich
nach einer kurzen Beschleunigungsphase konstant 300 km/h gefahren.
Angekommen sind wir gegen 21:30 und nach einer kurzen U-Bahn
Fahrt waren wir direkt am Bund von Shanghai. Das ist der Teil von Shanghai von
dem aus wir dieses Bild geschossen haben.
| Sandra am Bund vor der Skyline |
| Die Shanghai Skyline mit Oriental Tower im Mittelpunkt |
Nach dem Hoch mit der Bahn, kam das Tief mit unserem Hostel.
Das „Captain Youth Hostel“ kann ich definitiv nicht empfehlen! Die Bilder bei
Hostelworld.com entsprechen nicht der Realität und die Bar mit der geworben
wird gehört eigentlich gar nicht zum Hostel. Personal ist auch unfreundlich.
Leidglich die Lage ist gut, aber dank der tollen U-Bahn ist man super günstig
und flott überall in Shanghai unterwegs. Wir haben nur eine von drei Nächten in
dem Hostel verbracht und sind dann in ein schönes Hotel umgezogen. Die Nacht
hat mich einfach fertig gemacht. Schimmel im Zimmer, die Bettlacken waren
dreckig und auf dem Boden haben Haare und Flusen eine Party veranstaltet. Ich
habe mich selten so geekelt – und ich habe schon einiges gesehen. Wenn man dann
bedenkt, dass uns das Zimmer 40 Euro pro Nacht gekostet hat kann ich mich nur
aufregen… J
Der erste richtige Tag in Shanghai hat den Stress der Nacht
wieder komplett wettgemacht. Das Wetter war gut, es war warm und man hatte gute
Sicht. Unser erstes Ziel war der Bund von aus wir die tolle Skyline von
Shanghai besichtigen konnten. Es ist ein ganz anderes Gefühl, wenn man in einer
Stadt steht, die ein Fluss in der Mitte kreuzt.
Total angesagt in ganz China sind aktuell kleine Blumen und
Gestrüpp aus Plastik, das man sich mit einer Klammer in die Haare klemmen kann.
Sandra musste sich natürlich auch direkt ausstatten. In Shanghai hatte wirklich
jeder zweite so ein Ding auf dem Kopf. Sogar Männer!!
| Blumenkopfschmuck ist total In |
Dann haben wir etwas entdeckt, was ich vorher nur im
Fernsehen aus Deutschland kannte. In einem Park in Shanghai haben sich
unzählige Frauen und Männer getroffen, um ihre Kinder – wie soll ich sagen – zu
vermarkten. Aufgereiht an Mauern saßen die lustigen Damen und Herren mit
aufgespannten Regenschirmen auf denen Zettel mit den wichtigsten persönlichen
Angaben zu ihren Kindern vermerkt waren. In China ist das anscheinend ein
richtiger Sport. Die Leute waren richtig gut drauf, haben gequatscht und
gelacht. Völlig normal!
| Eltern vermarkten ihre Kinder1 |
| Eltern vermarkten ihre Kinder 2 |
Fortsetzung folgt...