Nach mehr als zwei Wochen habe ich endlich die Zeit wieder
einen Beitrag zu verfassen. Dabei weise ich gleich darauf hin, dass die
folgenden Beiträge nicht in chronologischer Reihenfolge hochgeladen werden, da
ich ganz frech einfach mit dem Tag an der Mauer anfange. Der Grund ist einfach.
Die Mauer ist einfach WAHNSINN! Neben Angkor Wat ist die Chinesische Mauer mein
absolutes Highlight was ich bis jetzt erleben durfte. Aber von Anfang an.
Wie ich finde ist China kein günstiges Reiseland. Essen ist
günstig, ok, aber die Chinesen verlangen für jede Attraktion Kohle! Und nicht
zu wenig!
Von Kollegen wusste ich, dass ein Trip an die Mauer ca. 65€
pro Person kostet inklusive Eintritt auf die Mauer und Launch. Sandra und ich
fanden das einfach zu viel Geld und ich habe im Internet recherchiert wie man
ohne lästige Touristengruppe zu einem Top-Mauerabschnitt kommt.
Da die Chinesen sich auch immer Vesper mitnehmen haben
Sandra und ich uns am Abend zuvor im Supermarkt leckeren Tofu, Sojasoße, Salat,
Tomaten, Sandwichsoße und Toast gekauft und die wohl leckersten Sandwiches
aller Zeiten kreiert. Ich habe Sie zumindest sehr gefeiert. Aber das nur am
Rande.
Aus dem Internet wusste ich, dass es einen Bus gibt mit dem
man sieben Stationen fahren muss. Anschließend soll man ein Taxi nehmen. Den
Busbahnhof in Dongzhimen haben wir bereits am Abend vorher besucht, weil wir
die Abfahrtszeiten wissen wollten, um möglichst früh zu starten. Und gut, da
saßen wir also in dem Bus. Wieder nur Chinesen um uns herum, genauso wie wir es
wollten. Was wir aber nicht wollten war die Schwierigkeit die Stationen
mitzuzählen. Nach fünf Minuten ist Sandra erst einmal wieder in ihren
Tiefschlaf gefallen und ich musste aus der hintersten Reihe in der Mitte
versuchen den chinesischen Namen der Haltestelle zu erkennen. Irgendwie hat das
nicht geklappt, ich habe die Übersicht verloren. Hätte ich mich ans Fenster
gesetzte wären mir bei den engen Sitzen aber die Beine abgefallen und ich hätte
es erst gar nicht zur Mauer geschafft. Als an irgendeiner Haltestelle plötzlich
fünf Männer in den Bus stürmten und „All foreigners get out“ gebrüllt haben
wurde mir etwas unwohl und ein Hauch von Stress kam in mir hoch.
Glücklicherweise haben zwei kleine Chinesinnen uns mit Handzeichen geraten den
Bus nicht zu verlassen. Als der Bus wieder anfuhr bin ich mit meinem Hieroglyphenzettel
zum Busfahrer gelaufen und habe ihm versucht zu erklären, dass wir zu dem
Mauerabschnitt in Huanghuacheng möchten. Aber klar, der hat mich natürlich
nicht verstanden. Es blieb also nur die Lösung alle Passagiere im Bus zu
fragen, ob jemand Englisch spricht und siehe da, ein älterer Herr hat uns
geholfen. Wir mussten die nächste Haltestelle raus. Wieder standen 20
Taxifahrer vor uns, von denen uns jeder zur Mauer fahren wollte. Aber nur für
einen Festpreis von 180 RMB. Das hatte ich schon im Internet gelesen und
handeln hat leider auch nicht funktioniert. Nun gut, für 50 Minuten Taxifahrt
fand ich den Preis dann doch irgendwie gerechtfertigt, auch wenn ich wusste,
dass man für 60 min ca. 100 RMB bezahlt. Nichts desto trotz sind wir mit einer
kurzen Unterbrechung an der Mauer angekommen. Und ich war so überwältigt. In
dem Nebel schlängelt sich diese riesen Mauer durch das Land über jeden Berg.
Unglaublich!
Für uns startete die Wanderung auf der Mauer an einem nicht
ganz offiziellen Stück. Zwei Bauern haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass
wir einen Wegzoll von 5 Yuan/Person zahlen müssen. Gut, wenn ich anstatt wie
gelesen 50 nur 5 RMB zahlen muss beschwere ich mich nicht. Nach einem kurzen
Anstieg sind wir über eine Leiter auf die Mauer geklettert. Es war noch etwas
nebelig durch den Smog aber es waren nur zwei Hände voll Touristen auf der
Mauer. In erster Linie waren es nur Chinesen, erst später haben wir Langnasen
getroffen, die sogar mit einem Zelt auf der Mauer übernachtet haben. Geil,
oder?
 |
| Der Eintritt wird von zwei Bauern eingetrieben |
 |
| Ausblick von dem Staudamm vor der Mauer |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen