Den ersten Tag in Ho Chi Minh wollten wir langsam angehen und alles auf eigene Faust entdecken. Wir brauchten einen Überblick. Nachdem wir uns zum Frühstück mit einer köstlichen Nudelsuppe und einer Coke Light gestärkt haben sind wir weiter gezogen ins Zentrum der Stadt. Anders als Kambodscha macht Vietnam einen viel fortgeschrittenen Eindruck und die Vietnamesen erscheinen deutlich freundlicher als die Kambodschaner. Auch hatte man uns gesagt, dass Ho Chi Minh Stadt, mit immerhin 9 Millionen Einwohnern sehr hektisch und chaotisch erscheinen würde. Die Stadt ist hektisch, aber angenehm hektisch. Viele Leute wuseln überall herum und Massen an Rollern kreuzten unsere Wege, aber es war immer möglich sich ruhig und sicher über jede Kreuzung zu begeben.
Am 31.1.14 feiern die Vietnamesen das chinesische Neujahrsfest. Dafür putzt jeder Vietnamese seine Auffahrt oder streicht den Zaun vor seinem Haus. Überall werden Blumen verkauft und gekauft. Es werden Figuren und Blumen aus Bonbons, Knoblauch und anderen Lebensmitteln gebastelt und verkauft. Oftmals werden die Figuren angemalt in Geld, Silber oder Gold. Alles glänzt und strahlt. Im Zentrum, am Ben Thanh Market fanden gerade Proben zu einer Vorführung statt. Es wurde gesungen und getanzt. Dazu spielte im Hintergrund vietnamesische Musik und Videos wurden über Leinwände gezeigt. Es gab bereits ein grosses Publikum, dass sich die Proben anschauten und wir haben uns für mindestens eine Stunde hinzu gesellt und Fotos gemacht.
Gegen die starke Sonne habe ich mir heute tatsächlich eine Mütze gekauft. Ohne handeln läuft hier gar nichts. Anders als in der Türkei macht es hier allerdings Spass und niemand ist beleidigt, wenn man den Preis mal zu tief ansetzt.
Jetzt fällt mir noch eine Geschichte ein die wir in Phú Quoc erlebt haben, deren Bestandteile ich allerdings in Ho Chi Minh auch schon beobachten konnte. Als im am dritten Morgen mit Tom, unserm Nachbar im Hostel Frühstück holen wollte ist uns der Hosteleigentümer mit seinem Sohn auf dem Roller begegnet. Er stoppte und wir fragten wo er denn mit dem prächtigen Geschenkkorb hin wolle. Dabei drehte er sich zu uns, kam etwas näher und flüsterte uns ins Ohr, dass er gerade auf dem Weg zur Polzei sei. Der Korb ist für den Präsidenten der Polizei. Wir wussten, dass er drei solcher Körbe im Hostel stehen hatte. Ein weiterer ist für die Head of Secretary in der Polzeistation und der dritte Korb für jemanden weiteres. Hotels in Vietnam müssen anscheinend die Namen der Besucher der Polizei melden. Läuft das Geschäft gut kassiert die Polizei mit ab. Wir waren zu dem Zeitpunkt über beide Ohren erstaunt, dass es sowas gibt. Aber, es macht jeder. In Ho Chi Minh hat eine Ladenbesitzerin einem Polizisten einen Umschlag mit Geld in die Hand gedrückt. Wer nicht mitmacht bekommt es mit der Mafia zu tun und das will schliesslich keiner. :)
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